Archiv für Mai 2009

Das Konstrukt Nation überwinden


2009 ist in Deutschland das Superjahr. Vor 20 Jahren fiel die Mauer und stellte so die nationale Einheit wieder her. Vor 60 Jahren wurde das Grundgesetz verabschiedet und war nun Wegweisend für eine „neue“ deutsche Nation. Vor 15 Jahren zogen die letzten Soldaten der Roten Armee aus Deutschland ab. Vor zehn Jahren nahmen Parlament und Regierung ihre Arbeit in der alt-neuen Hauptstadt Berlin auf. Grund genug für die Deutschen, sich selber einmal wieder gründlich zu feiern. Nationale Feiertage und historische Ereignisse sind von hoher Wichtigkeit für den nationalen Gründungsmythos, der den Kitt darstellen soll einer Gesellschaft der „vereinzelten Einzelnen“ (Theodor W. Adorno). Dass Nationalismus und Rassismus nicht nur Probleme der Radikalen Rechte sind, zeigt die Asylpolitik der Bundesrepublik, die Zahlen der Todesopfer an der EU-Außengrenze, welche sich monatlich zwischen 100 und 300 bewegen (im März 2009 waren es laut „Borderline Europe“ mindestens 316), der immer wiederkehrende mediale Aufschrei, wenn wieder einmal so genannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ straftätig werden, oder der alljährliche Nationale Taumel zu Fußball Großereignissen.
Ein Superjahr dürfte 2009 allerdings auch für die NPD werden, welche durch den Fall der 5-Prozent Klausel in Thüringen in so manchen Stadtrat einziehen wird. Dies ist nur symptomatisch für ein Deutschland, in dem der Stolz auf die eigene Nation wieder zum guten Ton gehört und wird sich schwer verhindern lassen, so lang Zwangskollektive das Miteinander der Menschen bestimmt.
Deshalb betrachten wir es als notwendig, eine kontinuierliche Kritik an dem Konstrukt der Nation zu üben. Am Mittwoch den 10. Juni findet die Veranstaltung „Das Konstrukt Nation überwinden“ statt, welche sich speziell mit den Gründungsmythen der deutschen Nation auseinandersetzt, zu der wir alle Interessenten herzlich einladen.

Vortrag und Diskussion am 10. Juni ab 20 Uhr in der Gerberstraße 1, danach Soli-Bar und Musik von DJ Android Dance (electro, minimal)

Am Freitag noch was kleines zur Belustigung

Am 16. Mai findet in Berlin die bundesweite Gewerkschaftsdemonstration unter dem Motto „Die Krise bekämpfen – Sozialpakt für Europa“ statt. Es werden mehrere Zehntausende erwartet. Dort rufen wir auf, sich am klassenkämpferischen Block zu beteiligen, um deutlich zu machen, dass es Alternativen zum Kurs der Gewerkschaftsführungen gibt.

Wir sagen Klassenkampf statt Sozialpartnerschaft, Internationalismus statt Standortlogik und Sozialismus statt kapitalistischer Krise. Kämpfen wir für den politischen Streik damit die Kosten der Krise nicht auf dem Rücken der Lohnabhängigen abgewälzt werden. Beispiele für entschlossene Aktionen von Lohnabhängigen gibt es längst: die Kämpfe der Conti-ArbeiterInnen in Frankreich, der Hungerstreik der LeiharbeiterInnen bei VW in Hannover gegen Entlassungen, Bossnapping in Frankreich und vieles mehr. Um etwas zu verändern müssen wir uns organisieren und gemeinsam kämpfen.

Kommt am 16. Mai um 11 Uhr zum Breitscheidplatz
vor das Kino Zoo Palast (Hardenbergstraße 29)
Schluss mit dem Schmusekurs – Für Solidarität und Klassenkampf!

klassenkampfblock

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Nazis wegrocken – 13.Juni 2009 Arnstadt

Am 13. Juni 2009 feiert die Thüringer Neonaziszene ihren 8. „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Arnstadt.
Am 13. Juni wird es ab 12 Uhr eine Demonstration vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt geben und danach eine Dauerkundgebung auf dem Markt als Anlaufstelle und Schutzraum. Auf dieser Homepage findet ihr aktuelle Infos, den Ablauf, einen Aufruf, Kontakt, Stuff und vieles mehr. Unterstützt den antifaschistischen Widerstand gegen das Nazifest in Arnstadt!

Früherer KZ-Wächter Demjanjuk in München eingetroffen


Nach monatelangem zähen juristischen Ringen ist der frühere KZ-Wächter John Demjanjuk aus den USA nach Deutschland abgeschoben worden. Ein Flugzeug mit dem 89-Jährigen an Bord landete am Morgen in München. Dem gebürtigen Ukrainer Demjanjuk soll in der bayerischen Hauptstadt der Prozess gemacht werden. Ihm werden Verbrechen aus seiner Zeit als Wächter im Vernichtungslager Sobibor vorgeworfen.