Archiv der Kategorie 'Besetztes Haus Erfurt'

1 Jahr Räumung – Programm 10.-17.04.2010

Selbstverwaltete Zentren erkämpfen - Demo am 17. April in Erfurt
Terminplan

Samstag, 10. April:
-> 13.00 Uhr, ACHTUNG BESETZUNG! ATTENTION SQUATTING! ¡OCUPACION DE CASA! Öffentlich angekündigte Hausbesetzung

-> 13.00 bis 18.00 Uhr angemeldete Kundgebung auf dem Erfurter Anger gegen Repression
-> 13.00 bis 18.00 Uhr angemeldete Kundgebung auf dem Domplatz unter dem Motto „Hände hoch – Haus her!“

-> 22.00 Uhr Konzert im Klanggerüst (Magdeburger Allee 175)

Sonntag, 11. April:
-> 20.00 Uhr Mobilisierungsveranstaltung zu den Antinaziaktivitäten am 1. Mai in Erfurt von der Gruppe AG 17

Montag, 12. April:
-> 20.00 Uhr Abendveranstaltung: „Zahltag! – Perspektiven sozialer Kämpfe“ im ex Cafe April, Johannesstrasse Erfurt

Dienstag, 13. April:
-> 19.00 Uhr Küche für ALLE im Radio F.R.E.I.; inklusive ab 20.00 Uhr Infoveranstaltung von Recht auf Stadt (aus Hamburg)

Mittwoch, 14. April:
-> noch offen

Donnerstag, 15. April:
-> 20.00 Uhr Abendveranstaltung zu Utopien: Bolo‘bolo (vom BiKo) in der Johannesstraße 151 (neben ex Café April)

Freitag, 16. April:
->17.00 Uhr Rundgang über´s Topf & Söhne Gelände; Treffpunkt: Am Sorbenweg (ehemaliges Verwaltungsgebäude)
-> ab 20.00 Uhr Filmabend im Filler in der Schillerstraße 44 (alle Filme zum Besetzten Haus Erfurt)

Samstag, 17. April:
-> 14.00 Uhr bundesweite Demonstration „Selbstverwaltete Zentren erkämpfen“ ab Bahnhofsvorplatz

[Erfurt] Selbstverwaltete Zentren erkämpfen – Aufruf zur bundesweiten Demonstration am 17.04.10 um 14.00 Uhr am Bhf. Erfurt


Während im Keller noch eine Band Soundcheck macht, wird in der ersten Etage die Frage diskutiert wie der Naziaufmarsch am 1. Mai verhindert werden kann. Das Essen ist bald fertig, letzte Getränke werden in die Bar sortiert und langsam trudeln die ersten Gäste ein. So hätten wir das gern – haben wir aber nicht. Wir haben keinen Raum für all dies!
(weiter)

[Erfurt] Protest auf ehemaligen Topf&Söhne Gelände


„Gegen das Vergessen“ und „Für ein Autonomes Zentrum“ steht auf einem Transparent, daß — an Heliumballons befestigt — an der Decke eines heute auf dem ehemaligen Topf&Söhne-Geländes eröffneten Gartencenters hängt. Dazu wurden Flyer verteilt, die auf die Geschichte des Geländes und der Besetzung hinweisen. Die Beschäftigten verwiesen einige Kund_innen danach des Ladens.

[Häuserkampfdemo in Erfurt] – laut, entschlossen, kämpferisch


Lautstark zogen heute ca. 200 Leute bei der Demonstration unter dem Motto „Hände hoch! Haus her!“ durch die Erfurter Innenstadt. „Erfurt braucht ein autonomes Zentrum!“ riefen sie immer wieder, was wohl ihr Anliegen auf den Punkt bringt.
Erst gestern war am Nordpark in Erfurt wieder ein seit Jahren leer stehendes Haus (im Besitz der Stadt) vorübergehend besetzt worden – wieder stand am Ende ein Polizeieinsatz, mit dem Auftrag, das Haus zu räumen.

In der Demonstration gab es La-Ola-Wellen, die ganze Zeit über Sprechchöre und am Lautsprecherwagen wurde getanzt. Auch mehrmalige Weg- und Geschwindigkeitsänderungen sorgten für Abwechslung und gute Stimmung.

Doch auch der Polizeieinsatz bei der heutigen Demonstration zeigt, welche Antwort auf das Anliegen der Demonstrierenden zu erwarten ist. Immer wieder kam es zu Pfefferspray- und Schlagstockeinsätzen. Mindestens 5 Menschen mussten wegen Pfefferspray in den Augen medizinisch versorgt werden. Vorausgegangen waren dem ein paar einige Würfe von Schneebällen und Feuerwerkskörpern. Von Verhältnismäßigkeit keine Spur.

Nachdem am Ende der Demonstration der Bahnhof noch einen kurzen Besuch erhielt — bei dem wohl die Weihnachtsbaumdekoration ein wenig Schaden erlitt — kam es noch zu ein paar Ramboeinlagen einzelner Polizisten, die offensichtlich zu viele Actioncomputerspiele gespielt haben. So wurde am Ende noch von drei Menschen Personalien aufgenommen und Lichtbilder erstellt. Festgenommen wurde niemand.

Am schlimmsten ging es wohl dem Einsatzleiter der Polizei. Er hat nämlich eine Apfelsine an den Kopf geworfen bekommen! Sowas kann einem – auch in der Nachweihnachtszeit – schon mal passieren…

mehr bilder gibts hier zu sehen

Pressemitteilung der Kampagne „Hände hoch.Haus her!“

Demonstration für selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt

Nachdem am 1.1. eine Hausbesetzung im Nordpark durch einen massiven Polizeieinsatz beendet wurde, fand heute ab 16 Uhr eine Demonstration für ein selbstverwaltetes Zentrum mit ca. 200 Teilnehmer_innen statt.
Vereinzelt führte die Polizei vor der Demonstration Personenkontrollen durch. Teilweise wurde die Demonstration von einem Polizeispalier begleitet und provoziert. So kam es zu mehreren Schlagstock- und Pfeffersprayeinsätzen gegen Demonstrationsteilnehmer_innen.
Der Demonstrationszug führte vom Bahnhof über den Anger zum Domplatz und wieder zurück. Auf den Zwischenkundgebungen wurden Redebeiträge verlesen. Darüberhinaus machten die Demonstrierenden mit Transparenten, Musik und Parolen lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam.
„Das übertrieben repressive Verhalten und die Gewalt die von der Polizei ausgingen, stehen repräsentativ für den Umgang der Behörden mit der Forderung nach einem selbstverwalteten Zentrum. Wir werden uns jedoch nicht davon einschüchtern lassen und weiterhin für ein sozial-politisch-kulturelles Zentrum in Erfurt eintreten.“ so Luise Käfer, Sprecherin der Besetzer_innengruppe.

Und was macht die lokale Presse?Die schreibt mal wieder nur Unsinn:

So hat die TLZ ein wahnsinnig schlechtes Video der gestrigen Demo hochgeladen und in dem Nebentext dazu steht, dass zuletzt ein Keglerheim im Nordpark besetzt wurde…tja liebe Journalisten da habt ihr wohl nicht richtig recherchiert…die Besetzung des Keglerheims war im November und befand sich in der Schützenstraße im Süden Erfurts und die Besetzung im Nordpark war eine ehemalige Schule und befand sich wie der Namen schon sagt im Norden Erfurts!Also, das nächste Mal besser recherchieren und dann erst schreiben =)

Häuserkampf in Erfurt

Neubesetzung am Nordpark

Knapp 40 Tage ist es her, dass in Erfurt die Besetzung des ehemaligen „Keglerheims“ bekannt gemacht wurde. Nach längeren Diskussionen entschloss sich der Eigentümer, das Haus von der Polizei räumen zu lassen. Am Tag darauf zog eine Demo mit über 200 Leuten durch die Erfurter Innenstadt. Damit blieb die seit der Räumung des ehemaligen Topf & Söhne- Geländes im April besetehende Situation unverändert – in Erfurt fehlt ein selbstverwaltetes Zentrum. Beflügelt durch die Unterstützung für das Anliegen, die Ende November deutlich wurde, beschlossen die Besetzer_innen nicht wieder Monate verstreichen zu lassen.
Um die Verantwortlichen der Stadt Erfurt auch im neuen Jahr an die Notwendigkeit eines sozial-politisch-kulturellen Zentrums zu erinnern, wurde diesmal ein Gebäude auserkoren, das sich im Besitz der Stadt Erfurt befindet. Bei Verhandlungen im Zuge der drohenden Räumung des ehemaligen Topf & Söhne- Geländes bot die Stadt den Besetzer_innen genau ein Gebäude als Ersatzobjekt an, welches ungeeignet war und betonte, dass keine weiteren Objekte zur Verfügung ständen. Die Besetzung des Gebäudes beweist, dass die Stadt sehr wohl im Besitz geeigneter Objekte ist.
Sowohl die Besetzung des Keglerheims im November, als auch der Hohenwindenstraße im März 2009 wurden weniger aus dem Interesse der jeweiligen Eigentümer_innen, als vielmehr auf Druck der Polizei und der Stadt Erfurt geräumt. Nicht zuletzt deshalb wurde diesmal ein Gebäude in städtischem Besitz gewählt. Die Besetzer_innen suchen den Kontakt zur Stadt, um sich über die Nutzung des Objekts auseinanderzusetzen.
Am Nordpark soll mit einer Kundgebung ab 14.00 Uhr auf die Besetzung aufmerksam gemacht werden. Außerdem startet am 2.1. ab 16 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Hände hoch. Haus her.“ vom Bahnhofsvorplatz.
Hände hoch, Haus her! Für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt

Ticker vom 01.01.2010

14:25 Das Haus ist besetzt 15 Leute befinden sich auf der Kundgebung, es ist keine Polizei vor Ort

14:55 Mittlerweile sind 20 Leute auf der Kundgebung, immernoch keine Polizei

16:00 Die Kundgebung wurde angemeldet und es sind ca. 50 Leute da. Im Haus ist gute Stimmung. Polizei bleibt weiter fern.

16:30 Es gibt noch immer Tee und Musik. Keine Polizei vor Ort. Kommt vorbei.

17:00 Die Siuation ist unverändert. Die Polizei schläft wohl ihren Rausch aus.

17:30 Weiterhin alles ruhig. In dem Bereich um das besetzte Haus sind vereinzelt Zivil-Polizisten gesichtet worden.

18:15 Immer noch alles ruhig. Ab 21.00 Uhr gibt es eine Veranstaltung zu Utopien und eine Party im Haus. Sagt es weiter und kommt vorbei!

18:30 Bullen sind gerade von allen Seiten zum Haus gefahren!

18:34 Das Gelände ist jetzt komplett von Bullen umstellt. Bullen verfolgen kleingruppen im anliegenden Park.

18:50 Die Veranstaltung um 21:00 Uhr vor Ort fällt aus. Die Kundgebung ist aufgelöst. Meidet den Nordpark.

18:57 Angrenzende Straßen werden dichtgemacht und keine_r mehr durchgelassen. Die Cops sind in der weiteren Umgebung unterwegs und versuchen Leute aufzugreifen.

20:07 Cops stürmen mit Leiter die erste Etage. Im Park sind noch Zivis unterwegs. Es sind auch noch Parolen zu hören.

20:55 „Scheiße da ist niemand drin“
Die Cops sind in das Haus eingedrungen und brachen noch die nebenstehende Turnhalle auf. Es befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen mehr im Haus.

22:45 Danke an alle Unterstützer_innen. Kommt morgen um 16:00 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz zur Demonstration für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt.

Berichte

mdr
Erfurt: Hausbesetzung beendet

Die gestrige Besetzung eines leerstehenden Haus in Erfurt ist wieder beendet. Ein Polizeisprecher sagte am Morgen MDR 1 RADIO THÜRINGEN, dass die Jugendlichen das Gebäude wieder geräumt hätten. Die Besetzer selbst hatten mittgeteilt, dass sie mit der Aktion die Stadt zwingen wollten für ein sozio-kulturelles Jugendzentrum zu sorgen. Im vorigen Jahr waren in Erfurt zwei Mal besetzte Gebäude geräumt worden – im April auf dem Ex-Firmengelände von „Topf & Söhne“ und im November eine ehemalige Gaststätte.

Thüringer Allgemeine
ERFURT: Polizeiaktion im Nordpark

Die Polizei hatte gestern Abend ein leerstehendes Gebäude am Erfurter Nordpark umstellt. Es gab Hinweise, nach denen der Flachbau in der Nähe des Nordbads von Jugendlichen besetzt sein soll. Die Polizei sicherte in einer groß angelegten Aktion weiträumig das Areal um das städtische Gebäude. Ein Vertreter der Stadtverwaltung bot sich als Verhandlungspartner an. Bei Kontaktaufnahme stellte sich heraus, dass das Gebäude leer war. Es fanden sich jedoch Spuren einer Nutzung. Die Polizei stellte Verschlusssicherheit her.